Hauptsitz Lübeck
Taschenmacherstraße 21-25
Tel: (0451) 896 66 93 luebeck@heinrichs-fliesenmarkt.de

 


Niederlassung Kiel
Stockholmstr. 8
Tel: (0431) 53 73 40 kiel@heinrichs-fliesenmarkt.de

 

Ausstellung Kiel
(bei Fa. Andreas Paulsen)

Wittland 14 - 18
Tel: (0431) 240 78 00
ap@heinrichs-fliesenmarkt.de

dfdf
dfd
Besuchen Sie uns auf Facebook
Fliesenmarkt Video

Fliesen-Lexikon

  • Geschichte
  • Keramikarten
  • Formate
  • Gebrauchseigenschaften

Geschichte

Keramikfliesen als Wandbelag wurden im Altertum bereits in Ägypten, Mesopotamien und Persien angewendet, besonders in der islamisch-arabischen Architektur. Mit den Mauren kamen farbig glasierte Fliesen nach Spanien und Portugal. Aus dem Jahre 1000 kennt man die ersten nichtrömischen keramischen Bodenbeläge in Deutschland. Die Handelswege der Niederländer, Spanier und Italiener verbreiteten die Keramiken in ganz Europa. Allerdings war die Herstellung sehr aufwendig und teuer, da das technische Wissen der Römer zur industriellen Herstellung verloren gegangen war.
Keramikarten

Steingut
 
Als Steingut (DIN EN 14411, Gruppe BIII, Anhang L) bezeichnet man Keramik, deren „Scherben“ nach dem Brand bei ca. 950°–1100° eine Wasseraufnahme von mehr als 10 % aufweisen. Vorteil ist die gute Bearbeitbarkeit sowie Dekorierungsfähigkeit. Steingut ist nicht frostfest, daher bleibt die Anwendung auf den Innenbereich beschränkt. Heute wird meistens direkt nach der Formgebung flüssige Glasur aufgespritzt oder es werden mittels siebdruckähnlicher Verfahren die gewünschten Muster aufgetragen. Derart hergestellte Keramik nennt man auch Monoporosa (Einbrandverfahren). Beim Zweibrand–Verfahren (Biporosa) wird zuerst der Scherben gebrannt und danach erst die meist aufwendig gestaltete Glasur aufgetragen und nochmals im Ofen gebrannt. Typische Anwendungen für Steingut sind dekorative Wandbeläge in Innenräumen.
Steinzeug
Im Gegensatz zum Steingut wird der Scherben bei 1150°–1300° C gebrannt. Durch Zugabe von Feldspaten und anderen Flussmitteln werden die großen Zwischenräume mit geschmolzenen Glaströpfchen aufgefüllt. Dadurch erreicht man eine höhere Dichte, geringere Wasseraufnahme und bessere mechanische Festigkeit. Steinzeug ist frostbeständig. Fast alle Fliesen für stark beanspruchte Anwendungsbereiche, zum Beispiel in Industrie, Gewerbe oder öffentlichen Bereichen, sind aus Steinzeug. Transparente Glasuren oder werkseitige Oberflächenvergütungen erhöhen die Fleckunempfindlichkeit. Hier gibt es je nach Art und Ausführung große Unterschiede, unter anderem in der Abriebfestigkeit.


Feinsteinzeug 

Der Name wird auch oft mit FSZ abgekürzt. Extrem feines Mineralpulver mit hohen Anteilen an Quarz, Feldspaten und anderen Flussmitteln wird unter hohem Druck trocken gepresst. Durch die sehr dichte Sinterung wird eine äußerst geringe Wasseraufnahme von unter 0,5% erreicht. Die Brenntemperatur von ca. 1200° C trägt zu einer sehr dichten Verbindung bei, die bei dem fertigen FSZ zu einer hohen Verschleißfestigkeit und chemischen Beständigkeit führt. FSZ-Fliesen werden in verschiedenen Ausführungen angeboten: Zum einen unglasiert, aber auch poliert oder glasiert. Wegen der erwähnten überragenden physikalischen Eigenschaften und dem breiten Angebot an unterschiedlichsten Optiken werden FSZ-Fliesen mittlerweile in vielen verschiedenen Anwendungsgebieten eingesetzt. Neben Natursteinimitaten gibt es heutzutage sogar schon FSZ in Parkettoptik! Die hohe Dichte der FSZ-Fliesen bringt es mit sich, dass normaler Zementmörtel für die Verlegung von FSZ ungeeignet ist. Es sind spezielle, kunststoffvergütete Fliesenkleber zu wählen.


Cotto oder Terrakotta

Ursprünglich in der Toskana beheimatet, hat Terrakotta auch die heimischen Wohnstuben erreicht. Durch die natürlichen warmen Töne erfreut es sich bei Architekten und Privatleuten hoher Beliebtheit.
Basismaterial ist Kalkmergel mit starken „Verunreinigungen“ aus Quarzkrümeln. Man nennt dieses Gemisch auch toskanischen Schieferton. Der im Tagebau gewonnene Ton wird mit Wasser vermengt und geknetet wie Teig. Dieser wird darauf wie bei der Zubereitung von Weihnachts–Spritzgebäck durch einen Wolf gedreht und anschließend strang- beziehungsweise trockengepresst. Die raue Oberfläche wird nach dem Trocknungsprozess durch die Bearbeitung mittels Stahlbürsten erzielt. Alternativ wird die Grundmasse auch in Holzformen gedrückt und an der Luft getrocknet. Bei einer Temperatur von 950°-1050° wird Cotto nach dem Trocknen dann in einem Ofen 36 bis 48 Stunden lang gebrannt. Dabei wird aus dem blau-grauen Ton durch Oxidation der typisch rötlich gefärbte Cotto. Bei dieser Herstellungsmethode können auch Reliefs oder Muster in den frischen Teig eingedrückt werden.


Klinker und Spaltklinker

Zu den so genannten grobkeramischen Produkten gehören die klassischen Klinker. Bestehend aus Schamotte, Feldspäten und weiß- oder rotbrennenden Tonen (d. h. die Farbe entsteht erst durch den Brand), werden sie wie Cotto als Teig angerührt und im Strangpressverfahren geformt. Wenn bei der Trocknung eine Restfeuchte von circa 3% erreicht worden ist, wird der Hartziegel glasiert oder unglasiert bei 1200° C gebrannt. Hohe Kantenschärfe und Beständigkeit gegen Wasser und Frost lassen den Klinker zu einem idealen Boden- und Wandbelag für Außenbereiche werden. Als Vollmauerstein ist er relativ selten anzutreffen. Meistens handelt es sich bei seinem Einsatz um Verblendungen, die vor ein Mauerwerk mit einem Klinkermörtel aufgeklebt werden. In bestimmten Gegenden sind Vollklinker auch als Gehwegbelag anzutreffen. Hierbei handelt es sich meistens um unglasierte Sorten. Spaltklinker haben ihren Namen aus dem Produktionsprozess: Stranggepresste Klinker, die nach dem Brand erst gespalten werden nennt man Spaltklinker. Auf der Rückseite sind dann die Rillen der Strangpressung zu erkennen. Bedingt durch die rückseitige Form ist die Anhaftung von Mörtel sehr gut.

Formate

Wandfliesen z.B. 15x15 cm, 15x20 cm, 20x20 cm, 20x25 cm, 22x22 cm, 23,5x33 cm, 25x33 cm, 27x34 cm, 30x40 cm, 30x60 cm, 45x90 cm, 100x100 cm, 300x100 cm

Bodenfliesen z.B. 20x20 cm, 22x22 cm, 25x25 cm, 30x30 cm, 32x32 cm, 33x33 cm,  40x40 cm, 45x45 cm, 30x60 cm, 60x60 cm, 90x90 cm, 100x100 cm, 60x120 cm, 45x90 cm

Mosaik
Unter Mosaik fallen alle kleinformatigen Fliesen von ca. 1x1 cm bis 10x10 cm, die meistens auf eine Gewebematte aufgebracht sind, um eine einfache und gleichmäßige Verlegung zu gewährleisten. Es gilt: große Fliesen lassen einen Raum optisch größer erscheinen, während kleine Formate eine Fläche optisch zusammenziehen. Überdies existieren Formstücke für Sockelausbildungen, Bordüren, Treppenstufen, Ecken etc. Auch spezielle Arten von Schienen für Anschlüsse an andere Bodenbeläge, Ecken etc. sind erhältlich.



Gebrauchseigenschaften

Fliesen werden im Wesentlichen nach ihrer Wasseraufnahmefähigkeit, ihren rutschhemmenden Eigenschaften und der Beständigkeit ihrer Oberfläche gegenüber Abrieb klassifiziert. Fliesen, die alle zugesicherten Eigenschaften erfüllen, kommen als Fliesen erster Wahl in den Handel. Wenn nur eine der vielen Qualitätsanforderungen nicht erfüllt wird, werden die Fliesen i. d. R. als zweite Wahl vertrieben. Fliesen mit groben Fehlern werden als Ausschuss ausgesondert.


Wasseraufnahmevermögen 


 

Gruppe Massen-% Wasseraufnahmevermögen
I höchstens 3 %
II A 3 % bis 6 %
II B 6 % bis 10 %
III mehr als 10 %



In der europäischen Norm EN 87 werden keramische Fliesen und Platten nach ihrem Wasseraufnahmevermögen in vier Gruppen unterteilt.
Frostbeständig und somit für den Außenbereich geeignet sind nur Fliesen und Platten der Gruppe I. Auch Fliesen, die auf überdachten Flächen - z.B. auf Balkonen - vor Niederschlägen geschützt verlegt werden, müssen der Gruppe I zugeordnet sein, da sie dort nicht frostgeschützt liegen. Das bedeutet nicht, dass sich die Fliesen nicht vom Untergrund lösen können. Dies hängt von der Gesamtkonstruktion ab.


Abriebfestigkeit 
Die Widerstandsfähigkeit glasierter Fliesen und Platten gegen Abrieb wird durch Schleif- und Sandstrahlprüfung bestimmt. Anhand der Prüfungsergebnisse werden die Fliesen und Platten in fünf Klassen eingeteilt.
 

  • Klasse 1: für Wandflächen, auch für nassbelastete Barfuß- und Hausschuhbereiche in Bädern. 
  • Klasse 2: für eine leichte Beanspruchung in allen Wohnbereichen
  • Klasse 3: für mittlere Beanspruchung in allen Wohnbereichen außer Küche, Diele, Terrasse
  • Klasse 4: für hohe Beanspruchung in Hauseingängen, auf Terrassen, in Küchen, Arbeits- und in Wirtschaftsräumen;
  • Klasse 5: für höchste Beanspruchung in allen Räumen und auf allen Flächen, die extrem belastet werden, z.B. in Garagen oder in der Industrie

Bei der Bodenbeanspruchung im Wohnbereich spricht man auch von Gehbelastung und viel beziehungsweise wenig begangenen Flächen.


Bewertungsgruppen für Trittsicherheit

 

Bewertungsklassen

R9 Minimum von 6 bis 10°
R10 erhöht von 10 bis 19°
R11 erhöht 2 von 19 bis 27°
R12 groß von 27 bis 35°
R13I sehr groß über 35°


Durch die Prüfung nach DIN 51130 erfolgt die Einstufung in Bewertungsgruppen, auch R-Klassen genannt. Je höher die hinter dem „R“ stehende Zahl, desto rutschhemmender und schlechter reinigungsfähig ist der Belag. Wie aus der Tabelle zu ersehen ist, gibt es die Bewertungsgruppen von R9 - R13. Die BGR 181 der Berufsgenossenschaften findet jedoch keine Anwendung auf Fußböden in Arbeitsräumen, Arbeitsbereichen und betrieblichen Verkehrswegen, bei denen keine gleitfördernden Mittel zu erwarten sind. Regenschirme transportieren Wasser, also sollte immer auf die BGR 181 Rücksicht genommen werden. Bei Abweichung von der BGR 181 sollten die Berufsgenossenschaft und die Gewerbeaufsicht zum jeweiligen Bauobjekt grundsätzlich befragt werden, da es vorkommen kann, das beide Institutionen unterschiedliche Meinungen haben können. In Bereichen, wo fettige, pastöse oder faserig-zähe Stoffe auf den Boden gelangen, müssen Fliesen evtl. auch noch einen „Verdrängungsraum“ besitzen, der nach vier V-Klassen bewertet wird.
Eine Besonderheit bilden Keramiken für nassbelastete Barfußbereiche. Diese Oberflächen werden nach DIN 51 097 geprüft und in die Bewertungsgruppen nach GUV 26.17 A, B und C eingeteilt.
Für den privaten Bereich gibt es keine Vorgaben. Dort sind polierte oder glattglasierte Keramiken anwendbar. Ein privates Schwimmbad oder eine private Sauna sollte aber nach den Regeln der GUV 26.17 Rutschsicherheit für nassbelastete Barfußbereiche ausgeführt werden.
Werden Bodenbeläge mit geringerer Mindestrutschhemmung geplant oder eingebaut (nach BGR 181 / GUV 26.17), drohen im Unglücksfall Schadenersatz- oder Regressansprüche!

Quelle: de.wikipedia.org

© 2009 Heinrich`s Fliesenmarkt GmbH      Google Analytics Datenschutzhinweis        Zurück     Seitenanfang     Drucken